Europas Frauen - Mitten im Leben
Eine EU – Lernpartnerschaft (2006 – 2009), gefördert durch die Europäische Union mit Mitteln aus dem Programm Lebenslanges Lernen / Grundtvig 2
Das Projekt spricht Frauen an, die sich ab der Lebensmitte ihrer Kompetenzen neu bewusst werden. Das Ziel ist, dieses Potential zu nutzen für Aufgaben und Vorhaben im persönlichen, sozialen, ökonomischen und politischen Umfeld.
Frauen sind in den europäischen Gesellschaften in den mittleren Lebensjahren im allgemeinen familiär und beruflich stark eingebunden und gefordert. Viele von ihnen entwickeln in diesen Jahren großer Belastung und Belastbarkeit eine hohe berufliche und soziale Kompetenz.
Ab der zweiten Hälfte der "Vierziger" ergeben sich - individuell recht unterschiedlich - viele Veränderungen von denen hier einige genannt seien:
- Freiwerden aus den familiären Verpflichtungen
- Im Beruf Konsolidierung oder auch
- prekäre Situationen wie Ausgrenzung/Arbeitslosigkeit
- Nachlassen der körperlichen Kräfte und zur gleichen Zeit
- Entdecken und Entwicklung neuer Potentiale
Es ist dies eine Zeit der Wandlung, des Resümeeziehens, der realistischen Betrachtung auch dessen, was nicht mehr möglich ist - und andererseits eine Zeit des Erkennens der eigenen Potentiale und einer neuen Ausrichtung.
Frauen im Alter von etwa 45 bis 65 Jahren - die Gruppe, der wir uns in unserem Projekt vorrangig zuwenden möchten, haben in Europa eine lange Lebensperspektive - und nur wenige "taugliche" Rollen(vor)bilder.
Es gibt viele ältere Menschen in unserer Gesellschaft, die aktiv sind, die wichtige Aufgaben übernehmen könnten und gesamtgesellschaftlich betrachtet auch übernehmen müssten. Diese mittlerweile bekannte demographische Entwicklung steht im Gegensatz zu Tendenzen auf dem Arbeitsmarkt, bereits 40-Jährige als "Ältere" und möglicherweise den Anforderungen der modernen Arbeitswelt nicht mehr Gewachsene zu betrachten.
In der Lernpartnerschaft möchten wir mit den Konzepten der Salutogenese und des Empowerment arbeiten.
Das Konzept der Salutogenese erforscht, was Menschen gesund erhält und was zu ihrem Wohlbefinden und ihrer Lebenskraft beiträgt. Dabei wird weniger die Frage gestellt nach Störungen, Fehlern, Reduzierungen als nach den schöpferischen Kräften (Handhabbarkeit, Verstehbarkeit und Sinnhaftigkeit - Kohärenzgefühl), die seelisches und körperliches Gleichgewicht ermöglichen
Das Konzept des Empowerment beschreibt eine Grundhaltung, die den Einzelnen als fähig betrachtet, die Dinge "in die Hand zu nehmen" und die anstrebt, das Vertrauen in das eigene Potential stärken. Die individuelle ist ebenso "gemeint" wie die soziale und gesellschaftliche Seite. Damit hat Empowerment einen doppelten Fokus: die Selbstbestimmung und die Veränderung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen.
Zielsetzung:
Im Rahmen des Projektes möchten wir Kontakte aufbauen, regionale Initiativen vernetzen und voneinander lernen. Gemeinsam haben wir an Zukunfts-Bildern und Entwicklungs-Szenarien gearbeitet, unsere jeweiligen Arbeitsfelder und Lebensräume kennengelernt und neue Perspektiven für die Zeit ab der Lebensmitte entwickelt.
Die unterschiedlichen soziokulturellen Gegebenheiten in den europäischen Ländern ermöglichten eine Erweiterung des eigenen Horizontes bei der Entwicklung von Zukunftsräumen.
Regelmäßige internationale Treffen in Preili/Lettland, Zielona Gora/Polen sowie in Göttingen und Berlin/Deutschland ermöglichten und vertieften den interkulturellen Austausch. Durch Vorträge, Workshops und Exkursionen wurde lokal das Thema von vielen Seiten betrachtet.
Unsere im Rahmen der EU-Lernpartnerschaft geförderten Projektpartner sind:
- Ost-West-Europäisches Frauennetzwerk e.V. (OWEN), Berlin/Deutschland als koordinierende Einrichtung. Kontakt: Brigitte Wörteler, E-Mail: mail@owen-berlin.de und brigitte.woerteler@web.de, Tel. +49-3-283 22 51
- ImPuls e.V., Göttingen/Germany. Kontakt: Marianne Klues-Ketels
- Uniwersytetu Trzeciego Wieku (UTW) (Universität des Dritten Lebensalters), Zielona Góra/Poland. Kontakt: Zofia Banaszak
- NGO Preili Women's Club (Biedriba Preilu Sieviešu klubs), Preili/Latvia. Kontakt: Elita Jermolajeva
Mehr Informationen über das EU-Programm Lebenslanges Lernen/Grundtvig erhalten Sie auf der Website der Nationalen Agentur unter
www.na-bibb.de